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Quinoa

Der Weg des Korns der Inkas
Quinoa stammt aus Südamerika und ist dort seit 6000 Jahren ein Hauptnahrungsmittel. Es wurde besonders in den Hochebenen der Anden angebaut. Dort war die Pflanze für die Menschen unentbehrlich, da Mais als einziger Ersatz in diesen Höhen nicht mehr angebaut werden konnte.

Quinoa ist auch bekannt unter den Begriffen Inkareis, Reismelde, Inkakorn, Perureis oder Reisspinat. Die Pflanze gedeiht von Kolumbien bis Chile in subtropischen Höhenlagen bis über 4000 Meter, wo andere Getreideformen nicht mehr angebaut werden können. Unter Fairtrade-Bedingungen wird Quinoa in  drei Kooperativen, die sich in Bolivien und Ecuador befinden angebaut. In Europa war Quinoa als Nahrungsmittel bis in das 20. Jahrhundert hinein nahezu unbekannt.

Die Körner in den großen Fruchtständen reifen ungleichmäßig und nach der Ernte müssen Körner getrocknet werden. Die senfkorngroßen Samen der Quinoapflanze haben eine getreideähnliche Zusammensetzung, daher wird Quinoa als glutenfreies  "Pseudogetreide" bezeichnet. Es lässt sich gut anstelle von Reis verwenden. Die Pflanze ist sehr pflegeleicht, da sie anspruchslos an Wasser und Boden ist.

Wie funktioniert der Faire Handel mit Quinoa?
Quinoa ist bei uns als Lebensmittel noch nicht sehr verbreitet. Doch fair gehandelte Quinoa-Importe führen nicht nur zur Abwechslung unserer Speisekarte, sie stärken auch die Stellung der Kleinbauern in den Anbauländern.

Der Quinoa-Anbau unter Fairtrade-Bedingungen ist für die Produzenten eine bedeutsame Alternative. Sie bekommen einen stabilen Mindestpreis für ihre Produkte und außerdem eine Fairtrade-Prämie, mit der soziale Gemeinschaftsprojekte finanziert werden können. So werden die Lebens- und Arbeitssituation der Menschen deutlich spürbar verbessert.

Welche Standards erfüllen die Produzenten?
Fairtrade stärkt gezielt Kleinbauern, die sich in Genossenschaften organisiert haben.
Genossenschaften, die Quinoa zu fairen Bedingungen verkaufen wollen, müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Verbot von Zwangs- und illegaler Kinderarbeit.
  • Die einzelnen Genossenschaften sind offen für neue Mitglieder und lehnen jegliche Form von Diskriminierung ab.
  • Die jeweilige Organisation ist unabhängig und wird von ihren Mitgliedern demokratisch kontrolliert. Dies gilt besonders für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel.
  • Transparenz von Management und Verwaltung müssen gegeben sein.
  • Die Genossenschaften müssen politisch unabhängig sein und eine demokratische Struktur aufweisen.

Was müssen die Importeure und Hersteller für das Siegel tun?
Nur wer sich vertraglich verpflichtet die Fairtrade-Standards einzuhalten, darf seinen Quinoa oder Produkte, die Quinoa enthalten, mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen. Folgende Bedingungen müssen eingehalten werden:

  • Die Importeure und Hersteller zahlen den Genossenschaften einen festen Mindestpreis, der in jedem Fall die Produktionskosten deckt. Der Mindestpreis liegt bei 711 US Dollar pro Tonne. Für Bio-Quinoa werden 861 US Dollar pro Tonne bezahlt.
  • Zusätzlich muss eine Fairtrade-Prämie gezahlt werden, über deren Verwendung die Genossenschaft entscheiden darf. Die Fairtrade-Prämie liegt bei 85 US Dollar pro Tonne Quinoa.
  • Auf Wunsch muss eine Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises gewährleistet werden.
  • Es müssen langfristige und stabile Handelsbeziehungen angestrebt werden.
  • Es ist eine Lizenzgebühr von 8 Cent pro Kilogramm an TransFair zu zahlen. Diese Gebühr schmälert nicht das Einkommen der Produzenten, denn sie wird zusätzlich zu dem festgelegten Mindestpreis bezahlt.

 

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